Face to Face

,Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich alles außer Porträts fotografiert – wenn man mal von der eigenen Verwandtschaft im Urlaub absieht. Dennoch ist es das spannendste überhaupt, da Porträts am meisten Aussagen können. Ich habe unglaublich Respekt vor der Porträt-Fotografie. Wenn ich raus gehe und Fotos mache können Gute dabei sein, aber auch Schlechte. Es spielt keine Rolle. Im schlimmsten Fall habe ich etwas gelernt und im besten Fall habe ich etwas gelernt und tolle Fotos gemacht. Doch bei Porträts ist das anders. Wenn ich Porträts mache, schieße ich die Bilder nicht nur für mich, sondern auch für jemand anderen. Jemand der vor der Kamera steht und genauso wie ich Erwartungen hat. In dem Moment, wo ich also Porträts mache, bin ich gezwungen abzuliefern.

Wie geht man also nun an so eine Sache ran? Zu allererst sucht man sich Freunde, die man fotografieren kann. Ich habe also gefragt, wer sich gerne von mir fotografieren lassen würde. Am Anfang sah die Ausbeute eher mager aus, doch schließlich habe ich immerhin sechs Leute gefunden, die bereit waren, sich vor meine Kamera zu stellen. Bei meinem 1. Fotoshooting haben wir drei Stunden Fotos gemacht und wir hatten am Ende ungefähr 650 Bilder. Ich wollte nicht riskieren, dass keine guten Bilder am Ende entstehen. Ich habe also fast permanent auf den Auslöser gedrückt. Es hat viel Spaß gemacht, doch mir ist aufgefallen, wie wichtig es ist, den Menschen Anweisungen zu geben, gerade wenn sie genauso wie ich unerfahren sind. Doch darüber hinaus ist es wichtig, die Personen zu loben und zu motivieren. Ich habe für alle Fotos nur ein Objektiv benutzt – das Yongnou 50 mm 1.8. Ein sehr günstiges Objektiv, aber ideal für Porträts und ein kleines Portemonnaie, wobei ich bei einer APSC-Kamera fast lieber auf ein 35 mm Objektiv zurückgegriffen hätte. Die Bilder waren am Ende besser, als ich erwartet habe, aber meiner Meinung jedenfalls noch ausbaufähig. Zum Glück habe ich noch einige Shootings vor mir. Ich kann also nur empfehlen es einfach mit Freunden auszuprobieren und zu üben.

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